Veränderung

Das lesen Sie auf dieser Seite:
  • die Politik im Trilemma
  • Spekulation destabilisiert die Wechselkurse
  • Devisenhandel weltweit explodiert...
  • ...und angetrieben durch Spekulation
  • Folgen: internationale Finanz-Krisen und globale Ungleichgewichte
  • Kapital-Verkehrs-Kontrollen überfällig
  • globale Ungleichgewichte als Sinnbild für gescheiterten Neo-Liberalismus
  • Problem-Lösung durch Banken-Regulierung
  • Schluss mit Währungs-Spekulationen
  • Banken-Funktions-Trennung nach Haupt-Aktivitäten
sapere aude
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Gluehkopf

Die Regulierung der Finanzmärkte


Das Währungssystem von Bretton Woods brach Anfang der 1970er Jahre zusammen, ausgelöst durch die Entscheidung des damaligen amerikanischen Präsidenten Nixon im August 1971, die Goldkonvertibilität des Dollars aufzugeben. Was folgte, war ein wettbewerbsorientiertes Währungssystem, das floatende Wechselkurse mit zunehmender Liberalisierung des Kapitalverkehrs kombinierte.

Das Politik-Trilemma

Trilemma
Das so genannte Unmöglichkeits-Theorem oder grundlegende Politik-Trilemma.
Es besagt, dass eine Regierung immer nur zwei der folgenden drei politischen Ziele gleichzeitig realisie­ren kann:
erstens fixe Wechselkurse,
zweitens autonome, auf interne Ziele wie Stabilität, Vollbeschäftigung, demokratische Steuerung oder Wachstum gerichtete Geld­politik
 und drittens international freien Kapitalverkehr.

Falsche Versprechungen

Entgegen der zentralen Hypothese des Monetarismus, die von einer stabilisierenden Wirkung der Spekulationen und der Stabilität flexibler Wechselkurse ausging, schwanken diese seit den 1970er Jahren teilweise sehr stark, angetrieben durch destabilisierende Spekulationen und das so genannte "overshooting". Diese Fluktuationen haben oft keinerlei Beziehungen zu den realen wirtschaftlichen Entwicklungen.

Der weltweite Devisenhandel ist seit der Liberalisierung der Devisen- und Finanzmärkte in den 1970er Jahren in einer damals kaum vorstellbaren Weise explodiert: Heute werden täglich Währungen im Wert von an die fünf Billionen US-Dollar gehandelt – mehr als das Hundertfache des täglichen Handels in Gütern und Dienstleistungen. Der Devisenhandel dient dabei längst nicht mehr nur der Finanzierung des internationalen Handels, sondern ist weitgehend durch Spekulationen auf Veränderungen der Wechselkurse und Absicherungen gegen dieselben angetrieben. Flexible Wechselkurse zwischen wichtigen Währungen und weitgehend liberalisierter Devisen- und Kapitalverkehr haben einen internationalen Markt hervorgebracht, auf dem auf zukünftige Auf- oder Abwertungen nationaler Währungen spekuliert wird – ein lukratives Geschäft mit teilweise katastrophalen Folgen, wie schon die Asienkrise 1997/98 deutlich gezeigt hat.

Wohin dieses Währungs- und Finanzsystem geführt hat, zeigt die Krise seit 2008: Währungsspekulationen ungeahnten Ausmaßes und globale Ungleichgewichte. Die Annahme, Marktkräfte würden am effizientesten die korrekten Wechselkurse bestimmen und Devisenspekulationen würden die Marktkräfte dabei unterstützen ist schon seit Jahren diskreditiert. Und mittlerweile fordern sowohl die UNCTAD in ihrem Trade and Development Report 2011 als auch eine Vielzahl renommierter Ökonomen wieder den vermehrten Einsatz von Kontrollen des internationalen Kapitalverkehrs, um das Risiko internationaler Finanzkrisen zu vermindern. Selbst der IWF kann sich inzwischen der Realität nicht mehr vollständig verweigern und hat Kapitalkontrollen sein Plazet gegeben und damit den Einsatz von Steuern und sonstigen Beschränkungen in Bezug auf grenzüberschreitende Finanzströme (unter gewissen Bedingungen) legitimiert.
hat Kapitalkontrollen sein Plazet gegeben und damit den Einsatz von Steuern und sonstigen Beschränkungen in Bezug auf grenzüberschreitende Finanzströme legitimiert.
hat Kapitalkontrollen sein Plazet gegeben und damit den Einsatz von Steuern und sonstigen Beschränkungen in Bezug auf grenzüberschreitende Finanzströme legitimiert.
hat Kapitalkontrollen sein Plazet gegeben und damit den Einsatz von Steuern und sonstigen Beschränkungen in Bezug auf grenzüberschreitende Finanzströme legitimiert.
hat Kapitalkontrollen sein Plazet gegeben und damit den Einsatz von Steuern und sonstigen Beschränkungen in Bezug auf grenzüberschreitende Finanzströme legitimiert.

Globale Ungleichgewichte beschreiben die seit den 90er Jahren zu beobachtende Konstellation, dass eine Gruppe von Ländern – allen voran China, Deutschland und Japan – permanent mehr exportieren als sie wieder importieren. Dadurch häufen sie Überschüsse an, welche wiederum dem Weltmarkt als Anlage suchendes Kapital zur Verfügung stehen. Gleichzeitig türmen sich gewaltige Defizite auf – allen voran in den USA, aber auch in Großbritannien und den PIIGS-Staaten, die durch riesige Schuldenberge gegenfinanziert wurden. Globale Ungleichgewichte symbolisieren auf drastische Weise das Scheitern des Neoliberalismus.

Insgesamt gesehen ist die langfristige Lösung der Finanzmarktprobleme, die ganz entscheidend vom menschlichen Verhalten abhängen, nur in besserer Regulierung zu finden.
Dabei ist das Bankenwesen aus Gründen der Kontrollierbarkeit, der Transparenz, der Stabilität und der ökologischen Nachhaltigkeit auf seinen produktiven Kern zu stutzen. Nur durch Regulierung, die konsequent darauf hinwirkt, dass die Banken wieder ihre eigentlichen Aufgaben wahrnehmen, kann die Geldpolitik in die Lage versetzt werden, eine geeignete Wirtschaftspolitik für Stabilität und Beschäftigung zu unterstützen.
Spekulation mit Währungen beenden
Funktionstrennungen durchführen