Gleichgewicht

Das lesen Sie auf dieser Seite:
  • Masse der Menschen am Produktivitäts-Fortschritt beteiligen
  • der Export-Boom ist endlich
  • Binnen-Nachfrage durch höhere Netto-Löhne sichern
  • Teilhabe verändert Einkommens-Ungleichheit nicht
  • Umverteilen führt zu Gleichgewicht und Geldwertstabilität
  • Geldvermögens-Aufbau muss gleich -Abbau sein
  • Anreize zum Sachwert-Sparen geben
  • Neue steuerliche Instrumente der vierten Staatsgewalt
  • variable Kreditsteuer und Null-Sparzins zur Staatsschulden-Tilgung
  • Steuergutschrift bei Unter-Nachfrage
  • Staatsschulden national buchen und tilgen
sapere aude
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Gluehkopf

Die Reform der Marktwirtschaft


Die Umsetzung aller Reformbemühungen muss sich vor allem an den politischen Machbarkeiten orientieren. Unter den gegebenen Bedingungen erscheint es daher zur Zeit realistisch, zunächst über TEILEN zu reden und dann erst über UMVERTEILEN.

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Nach den Regeln der gesamtwirtschaftlichen Logik und den Erfahrungen aller marktwirtschaftlichen Boomphasen ist ein insgesamt langfristig erfolgreiches Wirtschaften in einer Ökonomie nur möglich, wenn die Masse der Menschen am Produktivitätsfortschritt partizipiert. Denn sie wird ebenso als Nachfrager wie als Produzent der Güter und Dienstleistungen gebraucht. Und nur die Teilhabe führt letztendlich zu der Nachfrage, die nötig ist, um die Betriebe auch dann auszulasten, wenn der Exportboom zusammenbrichtHeiner Flassbeck hat oft genug beschrieben, warum das jedoch nur noch eine Frage der Zeit ist, und alle Anzeichen deuten auf die Richtigkeit seiner Analysen hin.

Das Entscheidende für die Produktion mit Kapital ist also, dass die Maschinen, die der Unternehmer mit eigenem Risiko gekauft hat, auch auf Dauer ausgelastet werden können. Wenn aber der Export nicht mehr läuft, ist er eben auf die nationale Dimension der Nachfrage angewiesen. Die wird aber nur dann ausreichend zur Verfügung stehen, wenn die Einkommen jederzeit entsprechend dem Fortschritt im Strukturwandel verteilt werden, wenn es also zu einer systematischen Gleichverteilung zwischen Arbeit und Kapital kommt. Das bedeutet im Prinzip eine Erhöhung der Nettolöhne in Deutschland.

Erhöhung der Nettolöhne!

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Damit wäre allerdings zunächst nicht viel mehr erreicht, als dass die bestehende Ungleichheit in Deutschland nur eingefroren wäre. Selbst dann nämlich würde sich die Verteilung der Geldvermögen weiter zulasten der nicht Vermögenden verschieben und der absolute Abstand der Einkommen noch größer werden, wie eine Darstellung des DIW, Berlin, (Quelle: SOEP) zeigt:

Einkommensverteilung zu Gunsten Weniger


Wer sich aus verständlichen Gründen mit dieser Minimal-Reform nicht zufrieden geben mag, der muss in seinen Reformbemühungen deutlich weitergehen, wie es etwa Jörg Buschbeck getan hat.


Umverteilen

Der Lösungsvorschlag beinhaltet eine gleichzeitige Demokratiereform in der Weise, dass die Zentralbank zu einer vierten Staatsgewalt wird. Da deren neue Aufgaben im Wesentlichen mit steuerlichen Maßnahmen umzusetzen sind, könnte man im ersten Gang versucht sein, sie organisatorisch auch mit Hilfe der Finanzpolitik zu lösen. Das hätte zwar den angenehmen Nebeneffekt der leichteren politischen Durchsetzbarkeit, wäre aber – wie im Folgenden noch gezeigt wird – nicht zielführend im Sinne eines Strebens nach dauerhaft wirtschaftlichem Gleichgewicht und Geldwertstabilität.

Aufbauend vor allem auf den Erkenntnissen aus der Saldenmechanik lässt sich der wichtigste Zusammenhang des wirtschaftlichen Gleichgewichts und damit einer tendenziellen Stabilität des Geldwerts wie folgt definieren:

Geldsparpläne + private Kredittilgungen= finanzierbare Verschuldungspläne

Denn ein wirtschaftliches Gleichgewicht besteht in einer Periode eben genau dann, wenn die Pläne, Geldvermögen aufzubauen, mit den Plänen, Geldvermögen abzubauen, übereinstimmen. Buschbeck leitet daraus folgerichtig die beiden einzig umsetzbaren, grundlegenden Optionen für seinen Lösungsvorschlag ab:
  • Die privaten (= nichtstaatlichen) Geldsparpläne absenken
  • Die Staatsverschuldung zu „guten“ und „schmerzfreien“ Schulden machen
Entscheidend dabei ist, dass die Anreize zum Sparen im herkömmlichen Sinne, also zur risikolosen Geldhaltung, zugunsten von Sachwert- und Eigenkapitalinvestitionen nachhaltig verschoben werden. Dies gelingt hier mit Hilfe neuer steuerlicher Instrumente:
Variable Kreditsteuer
Optionale monatliche Steuergutschrift
Optionale monatlich anpassbare Einkommensteuerzuschläge

Staatsschulden


sind bisher zu wenig erhobene Steuern bei Inländern. Schon aus diesem Grund sollten sie nicht länger verbrieft auf den Finanzmärkten der Welt vagabundieren, sondern national sauber gebucht und getilgt werden. Die Zentralbank tut dies fortan aktiv als „Forderung gegen Steuerzahler“ mit Passivierung als „Guthabenkonto des Staates“. So wird nun, nach Auslaufen der herkömmlichen verzinslichen Staatsanleihen, der Staat finanziert und damit die Guthaben-/Geldvermögenskrise beendet.

Durch die Gewaltenteilung zwischen der völlig unabhängig und mit eigener Steuerhoheit agierenden Notenbank und der Regierung ist dieser Ablauf jetzt gut verantwortbar. Die Notenbank ist dabei in ihren Zielen und geldpolitischen Instrumenten eindeutig dem Wohle aller Bürger verpflichtet und nicht wie in der neoliberalen Konterrevolution vornehmlich der Freiheit der "Märkte". Die Regierung wird dadurch ihrerseits nicht in die Rolle eines Nachtwächters gedrängt, sondern kann sich - ebenfalls im Sinne des Gemeinwohls - voll auf die Regulierung der Finanzmärkte konzentrieren. Die ständig sinkenden Staatsschulden und die „Nullinflationspolitik“ werden zusätzliches Vertrauen in dieses neue Erfolgskonstrukt.