Aussicht

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Das Simple ist so offensichtlich, dass wir nie hineinschauen;
wir suchen nur nach Komplexitäten - in der Komplexität steckt etwas Herausforderndes.
Die biblische Weisheit, dass vor Gott alle Menschen gleich seien, hat schon immer einige Zeitgenossen dazu bewogen, dann doch wenigstens hier auf Erden gewisse Unterschiede deutlich zu machen. Nur weil eine elitäre Minderheit seit nunmehr gut 40 Jahren das bestehende System zu ihrem Vorteil manipuliert, muss man das Rad der Geschichte jedoch nicht zurückdrehen oder ein vollkommen neues Geld- und Finanzsystem entwickeln und erproben. Will man alle Menschen an dem gemeinsam erarbeiteten Zuwachs der Wertschöpfung teilhaben lassen, dann reicht es völlig aus, wenn man zunächst einmal die trivial-arithmetischen Zusammenhänge in einer Volkswirtschaft beachtet und daran seine wirtschaftspolitischen Entscheidungen ausrichtet. Alle übrigen Zusammenhänge hingegen, die auf bestimmten Märkten vom menschlichen Verhalten abhängen, gehören dann von der Gemeinschaft, also vom Staat, im Sinne der größtmöglichen Wohlfahrt aller geregelt.

Da das in den gut 30 Jahren nach Ende des zweiten Weltkrieges in den Zeiten des Wirtschaftswunders absolut selbstverständlich war, kann es nicht an der Marktwirtschaft als solcher liegen, wenn immer mehr Menschen heute nicht am Fortschritt beteiligt werden. Nein, es liegt daran, dass die „angesagten“ Ökonomen seit den 1970er Jahren ein systematisch falsches Bild vom Funktionieren der Marktwirtschaft gezeichnet haben und die Politik dem kritiklos folgt. Mit der Saldenmechanik gibt es aber eine rationale wissenschaftliche Basis der Volkswirtschaftslehre und nur auf dieser Basis ist eine realistische und erfolgversprechende Wirtschaftspolitik möglich.

Eine grundlegende, nachhaltige Lösung des Problems stellt demnach den systemischen Gesamtzusammenhang in den Vordergrund und verstrickt sich nicht in der Identifikation von Einzelproblemen. Sie sollte im o.g. Sinne aus zwei parallelen Komponenten bestehen:

Der Staat steuert (endlich) unter Beachtung der gesamtwirtschaftlichen Logik die Volkswirtschaft in der Weise, dass die Teilhabe der Menschen am Produktivitätsfortschritt gesichert ist und dauerhaft wirtschaftliches Gleichgewicht und Geldwertstabilität erreicht werden.
Regulierung Die Regulierung der Finanzmärkte

Die Banken nehmen (wieder) ihre eigentlichen Aufgaben - das sind vor allem die Kreditvergabe, der Zahlungsverkehr sowie die Eigenkapitalvermittlung im Realsektor - wahr. Die Sozialisierung der (Spekulations-)Verluste unterbleibt, was nachhaltig zu einem eher ausgeglichenen Staatshaushalt beiträgt.

Die Aussicht ist also recht viel versprechend, mit nur wenigen Veränderungen zu einem die allgemeine Prosperität fördernden System zu gelangen – theoretisch! Denn vorher müssen die Menschen vor allem die Angst verlieren und sich mit diesen Themen überhaupt beschäftigen. Es ist immer wieder verwunderlich, welch unnützes Wissen sie über Fußball, Autos, Telenovelas oder Dokusoaps haben und mit welch geringem Basiswissen zu Finanzmärkten und Geldanlagen sie sich zufrieden geben. Wer aber nicht weiter jahrelang wegen schlechter Politik und/oder Anlageberatung umsonst arbeiten will, der sollte folgendes verstehen lernen:

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Unser Geldsystem ist kein Naturgesetz und
kann jederzeit
von uns geändert werden,
sonst wäre das jetzige nicht von Menschenhand
quasi im Handstreich eingeführt worden.


Geld ist kein Ding.
Es ist
weder grundsätzlich knapp, noch muss es knapp sein,
sonst hätten nicht einige Menschen,
ohne auch nur ernsthaft dafür arbeiten zu müssen, weit mehr als genug davon.


Die Wohlfahrt eines Landes
definiert sich
nicht allein über Umsatzzahlen,
sonst würden uns unsere Lebensqualität und
die Inanspruchnahme der Natur vollkommen egal sein.


Makroökonomik funktioniert nicht nach den Regeln
der „schwäbischen Hausfrau“,

sonst würden die oktroyierten Sparmaßnahmen
den südeuropäischen Ländern ja zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen.


In den Bundesministerien für Finanzen und für Wirtschaft
s
itzen nicht zu wenige Juristen,
sonst würde dort nicht permanent einzelwirtschaftlich gedacht und
in einer Finanzkrise vornehmlich der „Interessenskonflikt“ zwischen Ländern gemanagt.

Freie (Finanz-)Märkte sind nicht aus sich heraus effizient,
sonst würden sie nicht alle paar Jahrzehnte crashen und
erhebliche Kollateralschäden in Realwirtschaft und Gesellschaft verursachen.


Politiker haben nicht vornehmlich für eine elitäre Minderheit da zu sein,
sonst hätten sie (offiziell) einen anderen Arbeitgeber.

Die Forderung jedes Einzelnen nach Teilhabe
am gemeinsam erwirtschafteten Fortschritt ist nichts Unredliches,
sonst bräuchten die Bürger Demokratie und Marktwirtschaft nicht länger mitzutragen.