Die Naturressourcen der Erde sind begrenzt. Wenn wir aber unserer Wirtschaft über unser Geldsystem einen permanenten
Wachstumszwang auferlegen, werden wir früher oder später alle Reserven aufgebraucht und unsere eigene Lebensgrundlage zerstört haben. Eine
Reform des Geldsystems in der Weise, dass eine ökologische Qualifizierung des Wachstums ermöglicht wird, stellt daher eine der dringendsten und wichtigsten Aufgaben unserer heutigen Gesellschaft dar.
Die Bundesregierung hat aber bislang noch nicht einmal die Ursachen der aktuellen Finanzkrise analysiert und den Bürgern eine Deutung der Ereignisse vorenthalten. Auch die Wissenschaft hält sich, aus welchen Gründen auch immer, mit nachvollziehbaren und belastbaren Erklärungen zurück. Wahrscheinlich bedarf es in nächster Zukunft noch ein oder zwei weiterer Ereignisse dieser Art, um einer ehrlichen öffentlichen Diskussion über
gemeinwohlorientierte, nachhaltige Systemalternativen eine Chance zu geben. Dabei haben wir doch gerade erst in Japan erfahren müssen, wie schnell "höchst unwahrscheinliche" Extremereignisse grausame Realität werden können.
Die Kernschmelze des Finanzsystems - ein Extremereignis aus den Risikomodellen der Finanzbranche - hat jedenfalls längst eingesetzt. Wenig überraschende Entwicklungen, wie die ausufernden Staatsschulden weltweit, führen zum Desaster. Dennoch verzögern oder verhindern bislang Interessen, Ideologien und institutionelles Beharrungsvermögen notwendige Gegenmaßnahmen.